Mehr als Schatten einfangen: E. Curtis

Unglaublich, was für ein Aufwand das war, vor weit über 100 Jahren eine Photographie zu machen, zu entwickeln und Abzüge zu erstellen! Unglaublich auch, welche Abbildungsqualität schon damals möglich war.
Deutlich wird das derzeit im Nonam in Zürich: Nordamerika Native Museum (bis 1.3.2020). Irgendwie kommen einem die Bilder bekannt vor, auch wenn man sie so noch nie gesehen hat: Der Photograph Edward Curtis (1868 – 1952) hatte eine Vision, die ihn viele Jahre verfolge, den „North American Indian“ in Bild und Text festzuhalten. Von den Indianern wurde Curtis „Shadow Catcher“ genannt.

Der Besuch der Ausstellung lohnt sich wegen:
– des ausgestellten Werks und den quartalsweise wechselnden Originalen
– der Lebensgeschichte von Edward Curtis
– dem Einblick in die Technik der damaligen Zeit, Stichwort: Fotogravur
– der Diskussion von „The North American Indian“, Stichwort: Stereotyp

Links:
Ausstellung
Edward Curtis

Vier Ecken Projekt

Fred Ritchin, Direktor des International Center of Photography, stellte bereits 2004 am World Press Photo sein Four-Corners-Project vor. Mit diesem könnten Bildaufnahmen deutlicher beschrieben werden und damit besser erkannt werden, ob ein Bild Tatsachen beschreibt oder Meinung machen will. In der „postfotografischen Ära“ könnte das ein echter Mehrwert sein.

So ist die Idee, analog zu den vier Photoecken:

  1. Hintergrund des Dargestellten
  2. Kontext des Photos
  3. weiterführende Links
  4. Bildunterschriften sowie den Namen (und Ehrenkodex)

Das ausführliche Interview mit dem amerikanische Photographie-Experten Fred Ritchin findet sich in der NZZ vom 4.8.18

Link zum International Center of Photography